LogRegio – rWSK neu denken

LogRegio – rWSK neu denken

Mit LogRegio – rWSK neu denken möchten wir mehr regionale Produkte in die Städte bringen, also regionale Wertschöpfungsketten (rWSK) stärken. rWSK umfassen den gesamten Prozess von landwirtschaftlicher Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zum letztendlichen Vertrieb von Lebensmitteln. Im Fokus stehen hierbei bäuerliche Landwirtschaftsbetriebe (bLB; im Gegensatz zur industriellen Landwirtschaft) sowie die Pilotierung verschiedener Regionen (Fokus Pilotregionen Frankfurt, Marburg, Wiesbaden und die Region Südhessen, ggf. auch Fulda). Dabei verfolgen wir sowohl einen wissenschaftlichen als auch einen operativen Ansatz.

Das Projekt LogRegio – rWSK neu denken befindet sich in der Antragstellung auf Zuwendungen für Projekte gemäß den Fördergrundsätzen zur Umsetzung des Ökoaktionsplans 2020-2025. Teil der operationellen Gruppe, die gemeinsam mit der Hochschule Fulda das Projekt beantragen sind die nearbuy GmbH und BIONALES e.V.

Im Fokus des wissenschaftlichen Ansatzes, geleitet von der Hochschule Fulda, steht die Begleitung der Pilotregionen sowie vor allem ihr Vergleich miteinander. Im Projekt LogRegio – rWSK neu denken möchten wir die Unterschiede von regionalen Wertschöpfungsketten (rWSK) in verschiedenen Pilotregionen herausarbeiten. Wir vermuten, dass eine Lösung, die auf alle passt, unrealistisch ist. Vielmehr gibt es wahrscheinlich wichtige Variablen, die es zu berücksichtigen gilt. Dazu zählen vermutlich die Größe der Stadt, ihre Einwohner:innen und deren Finanzkraft; Anzahl der Erzeuger:innen rund um die Stadt, was angebaut wird und wie viel davon; die Unterschiede zwischen ländlicher und städtischer Region etc. Einen wesentlichen Unterschied machen sicher auch die Teilnehmenden der rWSK aus: Gastronomie, betriebliche Kantinen und städtische Kantinen sowie Bündler:innen (hier am Beispiel einer FoodCoop) für Endkund:innen haben unterschiedliche Anforderungen und Vorgaben.

Die Erkenntnisse aus den Pilotregionen werden dann für den operativen Teil genutzt, d.h. die Weiterentwicklung des digitalen Werkzeugs nearbuy um Funktionen für die Organisation und Sicherstellung der regionalen Logistik, wobei den Besonderheiten der unterschiedlichen Regionen Rechnung getragen werden soll. Dieser Teil wird von nearbuy geleitet. Ziel ist es, die (gebündelte) Belieferung der Außer-Haus-Verpflegung (AHV), insb. betriebliche und städtische Kantinen sowie Gastronomie, aber auch Bündler:innen für Endkund:innen (insb. FoodCoops), mit regionalen Lebensmitteln einfacher und logistisch effizient zu ermöglichen. Konkrete Einsatzgebiete sind u.a.: Sammelbestellung von Waren und deren Abwicklung (insbesondere für Bündler:innen relevant), Anbieten und Auslasten bestehender freier Lieferkapazitäten, Sichtbarmachung des Bedarfs an Logistik (insbesondere für bLB, wenn die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln steigt), Transport- und Routenoptimierung, Behältermanagement (Rückführung in Mehrwegsystemen). Projektbegleiter:innen sind bLB, (potenzielle) Logistikdienstleistende, Gastronomiegewerbe, Kantinen und eine FoodCoop.

Das im Projekt erarbeitete Wissen soll zudem in eine sog. Wissensplattform rund um das Thema regionale (Bio-)Lebensmittel einfließen. Diese Art digitales Lexikon soll Informationen über rWSK bereitstellen und somit Bewusstsein schaffen über die Herausforderungen, die rWSK Teilnehmende (Landwirt:innen, Logistikdienstleistende, Kantinen, Restaurants, Einzelhandel etc.) meistern müssen. Die Wissensplattform wird von BIONALES erstellt und betreut und richtet sich sowohl an Teilnehmende der rWSK als auch an Endverbraucher:innen.

Projektteam:
Leitung: Dr.  Anna-Mara Schön, Prof. Dr. Michael Huth 
Mitarbeitende: Marita Böhringer sowie Master-Studierende
Partner: BIONALES e.V., nearbuy

Projekt-Zeitraum (beantragt)
September 2022 – August 2025

Mittelgeber/Förderlinien:
Ökoaktionsplan 2020-2025, Regierungspräsidium Gießen