SIMONE Cross Visit – BIONALES war dabei!

Auch im September 2026 war BIONALES wieder Teil eines SIMONE Cross Visits: Zwei Tage lang besuchte eine internationale Gruppe mehrere landwirtschaftliche Reallabore im wallonischen Teil Belgiens.
Organisiert wurde der Austausch vom Centre Wallon de Recherches Agronomiques (CRA-W), einer der Kernpartnerinnen des Interreg-Projekts. Mit dabei waren 44 Forschende, Landwirtinnen und Projektpartnerinnen – gemeinsames Ziel war es, live mitzuerleben, wie Forschung direkt auf dem Acker funktioniert.

Praxisnaher Austausch: 44 Forschende, Landwirtinnen und Projektpartnerinnen kamen in Belgien zusammen
um innovative Ideen zu diskutieren.

Wetterkapriolen und tiefe Einblicke in den Boden

Deutlich wurde, wie stark sich unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten und Bewirtschaftungsmethoden auf Pflanzengesundheit und Ernteertrag auswirken. Wie alle beteiligten Reallabore hatten auch die wallonischen Flächen in diesem Jahr mit extremen Wetterschwankungen zu kämpfen – besonders deutlich sichtbar beim Kartoffelanbau, wo sich die Folgen auf Qualität und Menge des Ertrags zeigten. Für alle Beteiligten wurde so greifbar, wie dringend die Forschung an einer widerstandsfähigen Landwirtschaft gebraucht wird. Neben Kartoffeln standen auch Miscanthus, Zwischenfrüchte, Maschinen und Lagertechnik auf dem Programm.

KI und Smart Farming in der Praxis

Eines der Highlights war die Demonstration einer optimierten Unkrautbekämpfung: ein hochmodernes Werkzeug des sogenannten Precision Farming. Die automatisierte Feldspritze kombiniert Kameras, künstliche Intelligenz und feinste Mikrodüsen und besprüht so gezielt einzelne Unkräuter, statt das gesamte Feld zu behandeln. Dieser Ansatz senkt den Pestizideinsatz und die Kosten für Landwirtinnen deutlich und schont gleichzeitig Boden und Nutzpflanzen.

Pionierarbeit auf dem Sojafeld

Den Abschluss der beiden Tage bildete das wohl innovativste Reallabor der Region: der allererste Anbauversuch von Sojabohnen in Belgien. Auf einer drei Hektar großen Fläche wird erprobt, wie sich die eiweißreiche Hülsenfrucht als heimische Nahrungsquelle etablieren lässt. Als Leguminose bindet Soja zudem auf natürliche Weise Stickstoff im Boden und stärkt so dessen Fruchtbarkeit. Der Feldversuch zeigt großes Potenzial für neue Geschäftsmodelle und den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten.

Auch in Hessen wird der Anbau von Hülsenfrüchten gefördert, etwa im regionalen Projekt Heldenbohne, an dem BIONALES ebenfalls beteiligt ist. Die Parallelen zeigen, wie Reallabore die Lücke zwischen wissenschaftlicher Innovation und zukunftsfähiger, realer Landwirtschaft schließen können. Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen in Wallonien und freuen uns schon auf den nächsten Cross Visit.